Newsletter – Eine Geschichter voller Freude und Missverständnisse

Newsletter – Eine Geschichter voller Freude und Missverständnisse

Mich erreichen des Öfteren E-Mails oder Messenger-Nachrichten, in denen ungefähr Folgendes steht:
Hi Cat, ich habe leider deinen Newsletter von vor drei Monaten gelöscht. Du weißt schon – der mit dem Link zum kostenlosen Netflix-Abo. Kannst du mir den eben noch mal schnell schicken?
Bussi

oder

Du blöde Kuh, wo ist der verf… Newsletter???? Ich hab ihn nicht gekriegt!!! Schick ihn gefälligst noch mal!!!

 

Ich antworte dann, dass das leider nicht möglich ist und verliere im Anschluss einen frustrierten Abonnenten.
Aber warum ist das nicht möglich?
Weil ein Newsletter gar keine E-Mail ist.
Also, er sieht halt aus wie eine sehr aufwändig gestaltete E-Mail mit schickem Header und Footer und Bildern und Girlanden, mit Link-Buttons und zwei- oder dreispaltigem Design und er landet in deinem Email-Postfach. Aber natürlich habe ich ihn nicht mit meinem Mail-Programm getippt und dann händisch an zigtausend Empfänger geschickt. Das würde ungefähr so lange dauern, wie einen kompletten Weihnachtsroman zu schreiben.

Der Newsletter wird mit einem speziellen Programm erstellt, das die Datenbank mit meinen VIPs verwaltet und damit auch dein persönliches Abonnement.
Es hat ein Design-Programm an Bord, mit dem ich den Newsletter verfassen und durch Elemente oder Templates aufhübschen kann. Beispielsweise kann ich Blog-Beiträge meiner Webseite verlinken, Downloads anbieten, Zitate kennzeichnen oder den Newsletter einfach mal wie ein vierspaltiges Pamphlet in altdeutscher Frakturschrift aussehen lassen.

Am Ende des Newsletters – und das ist gesetzliche Pflicht – wird dir immer die Möglichkeit zum Abmelden geboten und zum Verwalten deines Abonnements (wenn deine Mail-Adresse sich geändert hat oder du eine Pause von meinen poetischen Ergüssen brauchst).
Wenn ich alles fertig geschrieben und mit Glitzer-Girlanden versehen habe, fragt mein kluges Programm, ob ich den Brief jetzt oder erst irgendwann im nächsten Jahrzehnt verschicken will.
Ich klicke auf Jetzt sofort, du Depp! und das Programm sagt: Schön, komm in ein paar Stunden wieder (das sagt es wirklich!).
Und dann wird mein hübscher Newsletter in 500er-Packs an all meine VIPs verschickt. Das dauert tatsächlich ein paar Stunden, weil ich (und hier ein ganz, ganz fettes DANKE an dich!) inzwischen über 7.000 Abonnenten habe. Anschließend wird mein poetischer Erguss in einem Archiv abgelegt, um dort unter Staub und Spinnweben vergessen zu werden.

 

In der Regel ist jeder Newsletter mit einer Webseite verknüpft, auf der man sich anmelden kann.
Bei mir wäre das zufällig hier.
Nach der Anmeldung verschickt das Programm automatisch einen Link, in dem du bestätigen musst, dass du auch wirklich und wahrhaftig meinen Newsletter abonnieren willst (Willst du echt nicht noch mal drei Nächte drüber schlafen? Das ist schließlich eine verdammt lebenswichtige Entscheidung!).
Der Sinn hinter diesem etwas nervigen Verfahren ist klar: Auf diese Weise soll vermieden werden, dass dein blöder Ex dich ohne dein Wissen bei tausend Newslettern anmeldet und du plötzlich mit Post von Furry Fetish Friends oder der Gilde der grantigen Bombenbauer überschwemmt wirst.

 

Mein Programm ist so klug, das erkennt auch, wenn jemand mehrmals hintereinander seinen Newsletter nicht öffnet. Dann denkt es sich: Okay, den Abonnenten belästigen wir lieber nicht mehr, sonst verklagt er uns, und schaltet das Abo vorsorglich auf inaktiv. Vielleicht denkt es sich auch: Du glaubst, ich bin nur ein kleines devotes Plug-in? Eines Tages werde ich die Weltherrschaft übernehmen! Harhar.
Zwei Tage später liefert das Programm mir die Statistiken zu diesem letzten verschickten Newsletter, zum Beispiel, wie viel Prozent ihn bislang gelesen haben und welcher Link am meisten angeklickt wurde. Daran sehe ich auch, welche Themen uninteressant sind und was am besten bei euch ankommt.

Was es jedoch gar nicht kann, ist, einen Newsletter irgendwann später noch mal an einen einzigen Adressaten zu verschicken. Sobald der Newsletter raus ist, wird er automatisch archiviert (der Grund ist klar: Auf diese Weise soll vermieden werden, dass ich in einer dementen Phase aus Versehen die gleiche Mail hundertmal verschicke, bis ich Todesdrohungen von den genervten Abonnenten erhalte.
Zum Anderen ist es ein Entweder alle oder keiner-Programm; es wurde ausschließlich dazu erschaffen, mehrere tausend Menschen auf einmal glücklich zu machen. Für Einzel-Empfänger fühlt es sich nicht zuständig.

 

Wenn du einen Newsletter aus Versehen gelöscht hast, dann kannst du ihn üblicherweise aus dem Papierkorb deine Mail-Programmes wiederherstellen. Falls du dein Programm jedoch so eingestellt hast, dass alle weggeworfenen Mails sofort gelöscht werden, dann ist das natürlich doof.
Aber nicht verzagen. In der Regel findest du besonders interessante Inhalte oder Links (z.B. zum Glitzerbonus von MERRY MAYHEM) noch einmal im nächsten Newsletter. Dank der magischen Statistik-Skills meines Programms weiß ich ja, was meinen Abonnenten am besten gefallen hat.

Wenn du gar keinen Newsletter erhalten hast, dann liegt es definitiv nicht daran, dass ich heimlich deine Mail-Adresse aus der Datenbank gelöscht habe, weil mir vielleicht beim Einkaufen eine Kassiererin namens Simone zu wenig Wechselgeld rausgegeben hat und ich mich nun mithilfe meines Newsletters an allen Simones dieser Welt rächen will.

 

Woran kann es liegen, dass du keinen Newsletter bekommen hast?

• Möglicherweise ist der Newsletter im Spam-Ordner gelandet (das kommt überraschend häufig vor, wird aber meist erst bemerkt, nachdem man mir ein Dutzend erboster Mails geschickt hat). Das lässt sich zukünftig vermeiden, indem du meine Absende-Adresse zu den Favoriten hinzufügst oder die Junk-Markierung entfernst (je nach Mail-Programm).

Dein Abo wurde auf inaktiv geschaltet,
– weil du ein Auto-Reply (eine automatische Antwort) aktiviert hast; das passiert häufig, wenn du eine Firmen-Email-Adresse angegeben hast und nicht an deinem Arbeitsplatz bist.
– weil das Newsletter-Programm festgestellt hat, dass meine schillernden Pamphlete zuletzt nicht mehr geöffnet wurden.
In beiden Fällen geht mein NL-Programm davon aus, dass du den NL gar nicht haben willst.
Du kannst dein Abo selbst wieder aktivieren über die Mein Abo verwalten-Funktion.

• Du benutzt eine Firmen-Adresse und die Firewall deiner Firma fängt den NL ab, da sie ihn für verdächtig hält. Das geschieht häufig dann, wenn mein NL einen Link (z.B. zu einem Ebook-Download oder einen Blogartikel) enthält.

• Auch deine private Firewall kann den NL aus den gleichen Gründen abfangen.
In diesem Fall setze meine Absenderadresse auf die vertrauenswürdige List. Ich schwöre, ich schicke keine perfiden Viren an meine VIPs raus!

Dein E-Mail-Provider hat mich aussortiert, bevor ich mitsamt meinem kostenlosen Ebook in deinem Postfach landen konnte.
Diesen Spaß kennen wir vor allem von gmx, von web.de und anderen kostenlosen Providern. Diese sind darauf erpicht, mit Werbe-Mails Geld zu verdienen, was wiederum den Speicherplatz in deinem Postfach reduziert. Also stellt man andere Mails einfach nicht zu. Darunter können auch mal richtig wichtige Mails von Behörden sein. Freemail-Konten, die man über einen bestimmten Zeitraum nicht genutzt hat, werden ebenfalls stillschweigend auf inaktiv geschaltet und es kommt gar keine Post mehr an.
Auf Dauer hilft hier wohl nur ein kostenpflichtiges Konto oder ein Provider-Wechsel.

 

Wenn ich etwas Besonderes für den nächsten Newsletter plane, weise ich gewöhnlich ein, zwei Tage vorher bei Facebook oder Instagram darauf hin, so dass sich Nachzügler noch schnell anmelden können.
Wer zu spät kommt … Tja, der hat die aktuelle Ausgabe leider verpasst und muss bis zur nächsten warten.
Aber auch hier gilt: Beliebte Inhalte und Links packe ich häufig noch einmal in den nächsten digitalen Brief rein.

 

Falls du jetzt Lust bekommen hast, meinem geheimen VIP-Zirkel beizutreten, kannst du das hier tun. (Schwarze Katzen opfern wir gemeinsam jeden Freitag. Anschließend Kaffee, Kuchen und zügelloser Gangbang.)

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