Betriebsferien mit integrierter Leseprobe :-)

Betriebsferien mit integrierter Leseprobe :-)

Kurz vor Weihnachten: Die Mandelentzündung hat mich voll erwischt, ich liege brach und sterbe vor mich hin. Zwischen Umzugskartons. Weil: Die Schreibklause zieht ja um. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass ich noch nicht alle Geschenke beisammen habe? Welcher Tag war heute noch mal? Der 23. Dezember. Argh …
Bevor ich mit dem Blog weitermache (und den 5 Dingen, die unbedingt in ein erfolgreiches Buch gehören), gönne ich mir über die Feiertage eine schöpferische Pause (ehrlich, das wollte ich schon immer mal sagen: Schöpferische Pause. An dieser Stelle werfe ich meinen imaginären weißen Seidenschal mit den Fransen über die Schulter und denke darüber nach, mich in meine italienische Villa am Lago Carbonaro zurückzuziehen. Oder doch das Bauhaus-Loft in New York? Hmm, Decisions, Decisions …)
Nichtsdestotrotz wird die Testleserunde zu „Forever Nomad“, der Fortsetzung von „Lucky Bastard“ nach Weihnachten starten. Der Roman erscheint im Januar (worĂĽber ich sehr, sehr froh bin. Ăśber die Feiertage, während gleichzeitig noch ein Umzug gewuppt werden muss, hektisch ein Buch auf den Markt zu prĂĽgeln, macht keine Freude).
Ich verabschiede mich mit einer weiteren Leseprobe aus „Forever Nomad“ in die Betriebsferien (haha!) und wĂĽnsche euch und euren Liebsten wunderschöne, ruhige und dennoch fröhliche Weihnachten!!!
——————————Christmas
»Hast du Preacher erzählt, dass eine neugierige Möchtegern-Journalistin ihre Nase in fremde Angelegenheiten steckt?« Nuts schiebt sich eine Gabel voller Nudeln in den Mund und kaut mit konzentriertem Gesichtsausdruck darauf herum. Seiner Miene nach zu urteilen, sind die Makkaroni mit Käsesauce bestenfalls mittelmäßig. An Speedys Kochkünste kommt so schnell kein Chapter heran.
»Warum sollte ich?« French schiebt den Teller von sich, ohne einen Bissen gegessen zu haben. In seiner Magengegend sitzt ein fetter bleierner Klumpen; da ist kein Platz mehr für eine Mahlzeit. »Was Pepper tut, ist nicht unsere Sache. Sie kann ihre Nase meinetwegen sonst wohin stecken.« Er blickt sich schnell um und sagt leiser: »Offiziell jedenfalls.«
Crush zieht die Brauen zusammen. »Wusste ich’s doch.« Zufrieden tauscht er einen Fauststoß mit Finn aus. »Wann brechen wir auf, Boss?«
»Morgen geht es nach Südwesten, zur luxemburgischen Grenze. Die Bullheads haben dort ein neues Chapter bekommen, das Hilfe nötig hat.« Er greift nach dem neuen Handy, das neben seinem Teller liegt. Das flache Ding sieht viel zu glatt, viel zu makellos aus. Er gibt ihm eine Lebensdauer von etwa drei bis vier Wochen. French ist gut darin, regelmäßig seine Telefone zu zertrümmern. Wahrscheinlich hängt in jeder asiatischen Handyproduktionsfirma ein goldgerahmtes Foto von ihm an der Wand und die Arbeiter verneigen sich jeden Tag davor.
»Nach Luxemburg?« In Finns Gesicht steht ein dickes Fragezeichen. »Warum nicht gleich in die verfickten Karpaten?«
»Ich dachte, wir müssen rauf in den Norden, ins Demons-Revier«, sagt Crush. »Krabbenkutter und Salzwasser und dieser ganze Mist. Du hast uns Action versprochen, Boss.«
»Action: ja. Ärger mit unserem Club: nein. Preacher will, dass wir Richtung Luxemburg fahren und ein paar Nägel in Wände klopfen.« French deutet Richtung Nordwesten.
»Na klasse«, murrt Crush. »Sind wir jetzt also auch noch Zimmermänner.«
Finn gräbt nachdenklich die Zähne in die Unterlippe. Seine fröhliche Unbeschwertheit ist verschwunden. French sieht deutlich, wie es hinter der Stirn des jungen Bikers arbeitet.
»Hast du ein Problem, Finn?«, fragt er geradeheraus.
»Kein Problem, aber eine Frage.« Finn kratzt sich an der Nasenspitze. »Wer von uns fährt noch mal in Richtung Luxemburg?«
Die anderen blicken ihn an, abgesehen von Nuts, der seine Makkaroni mit Messer und Gabel seziert.
»Deine Schlauheit wird dir noch mal zum Verhängnis, Brüderchen.« French schüttelt grinsend den Kopf. »Nuts und ich müssen noch eine kleine Sache erledigen, dann kommen wir nach.«
»War ja klar«, brummt Crush. »Wir dürfen Bretter zurechtsägen und die beiden Wichser machen Abenteuerurlaub.«
Nuts deutet mit der Gabel auf ihn. »Vorsicht, Kumpel, du redest gerade abfällig über deinen Boss. Und über mich. Ich bin dein Vize-Boss.«
»Und ein Wichser.« Crush lächelt ihn harmlos an.
»Ein Wichser, der dich gleich draußen neben dem Lattenjupp ans Kreuz nagelt.«
»Hey!«, bellt einer der hiesigen Biker herüber. »Keine blasphemischen Sprüche über unseren Heiland oder es knallt!«
Die Nomads blicken sich an.
»Habe ich gerade im Ernst die religiösen Gefühle eines Bikers verletzt?«, fragt Nuts verwirrt.
Crush zuckt mit den Achseln. »Andere Chapter, andere Sitten.«

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  • Ich wĂĽnsche dir eine „kreative“ Auszeit, und dass der Umzug glatt ĂĽber die BĂĽhne läuft.

    Auf den zweiten Teil der Biker-Story freue ich mich dann im nächsten Jahr.

    Dir ne schöne Zeit und bis bald mal

    LG Ilo

    23. Dezember 2015 at 11:54

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